2009-02-02

Ubuntu im Jahr 2009 - Noch immer eine Odyssee

Ja, wir sind soweit, man kann Linux auf praktisch jedem Rechner laufen lassen. Man schiebt die (u)bunte CD ins Laufwerk und probiert es erstmal aus. Und was man da beeindruckt am Bildschirm flackern sieht ist tatsächlich ein komplettes Desktop-Betriebssystem. Man kann das ganze auch installieren. Und wer nicht gerade einen Parallel-Betrieb mit etwa Vista vorhat kann sich ja auch all die kleinen Partitionierungs-Überlegungen abnehmen lassen. Und in einer Halben Stunde läuft plötzlich alles ein wenig anders.


Das ist in etwa die Erfahrung die ich dieser Tage bei der IT-Umstellung in unserem Unternehmen gemacht habe. Und dann kam das sprichwörtliche "dicke Ende".
Um Lizenz-Kosten zu sparen werden bei der Linux-Installation immer noch viele Nützlichkeiten weggelassen, die zwar jederzeit kostenlos nachinstalliert werden können, aber dazu muss man als Thomas Normal-Programmierer erst einmal wissen, was einem so fehlt. Und ich bin kein totaler Frischling. Ich programmiere auf Linux-Server Systemen und Sun Solaris ist mir in manchen Belangen fast lieber als Ubuntu. Aber auch dort funktioniert noch längst nicht alles was man von den Konserven-Systemen wie Windows und OSX von Haus aus erwarten darf.
Und während bei Maus und Tastatur schon recht viele Modelle auf Anhieb funktionieren ist das bei anderer Hardware längst nicht so.
  • Für Zweischirmbenutzer, ist ein passender Grafikkartentreiber und Ahnung wie die xorg.conf im Verzeichnis /etc/X11 für den Treiber aussehen muß und wie man diese per sudo verändert unverzichtbar, denn bei manchen Grafikkarten gibt es kein grafischen Konfigurations-Utility (nvidia-Besitzer sind klar im Vorteil)
  • Die Drucker-Konfiguration ist immer noch ein wenig unübersichtlich und kaum intuitiv
  • Scanner? welcher Scanner? Ach, der wird nicht unterstützt. Denn wenn der Hersteller den Scanner nicht mit Linux-Treibern ausstattet ist man völlig vom Glück abhängig, ob man den je zum laufen bekommt. Abhängig nämlich von einem anderen Besitzer des Scanners, der genug Programmiererfahrung besitzt um einen Treiber zu schreiben und den dann im Internet bereitzustellen.
Ich habe mitprotokolliert, was ich alles an dem System umgestellt und nachinstalliert habe, ehe sinnvolles arbeiten möglich war. Das Dokument hat 4 Seiten. Es hat gute 3 Tage gedauert ehe alles funktionierte. Alles? Nein, einiges geht immer noch nicht. Aber ich werde noch dahinter kommen.
Solange keiner Geld investiert um Benutzer vor dem Aufwand zu bewahren, den solche Kleinigkeiten mit sich bringen - wo das doch in anderen Betriebssytemen so intuitiv einfach geht - wird Linux immer eine Nischen-Lösung der Nische "Freaks only" bleiben.

(inspiriert von "Why nobody cares about Linux")

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