2009-01-29

ITnT 2009 - Lustloser Mittwoch

Meine Eindrücke von der ITnT am Wiener Messegelände lassen sich folgendermaßen zusammenfassen (und: ja ich sehe das sehr Werbetechnisch):

  • Sind die einzelnen Messestände zusammengerückt? Also rein optisch hat die Messe dieses Jahr ein wenig beengt gewirkt obwohl nachmittags noch nicht allzuviele Leute anwesend waren. Die Messestände schienen sich zum Zentrum der Hallen hin zusehends aneinanderzukuscheln, wärend rund um die Messehallen recht viel Platz ungenutzt zu sein schien. Warum das wichtig ist?  Weil macher Messestand nicht annähernd so gut wirken konnte, wie er hätte, wenn man ihn einmal überblicken hätte können. Das Bestreben vieler Unternehmer war früher eher auf Distanz zu gehen. "Wo sind die Haie im Fischteich?" - "Irgendwo da zwichen den Putzerfischen...." - "Wo?"
  • Sind da mehr Sales-Leute anwesend als Interessenten? Auffallend bei einigen Ständen - es sind immer die Gleichen - standen mehr Sales-Menschen und "Betreuungspersonal" um die Snack-Schüsseln als Kunden. Das hinterläßt bei mir - gerade in Wirtschaftskriesen-Zeiten - den Eindruck von Überbesorgtheit, was wiederum fast abstoßend wirkt. Ich warte lieber bei einem Latte und einem Snack auf einen freien Berater, als daß ich von 3 Leuten gleichzeitig begutachtet werde. Man sollte die eine Statistik machen wieviele Fiemenvertreter auf die Quadratmeter des Standes kommen und dann schauen daß das verhältnis bei 1:3 bleibt.
  • Wenige zeigten mehr. Bei einigen Unternehmen steht man vor dem Stand und weiß nicht worum es geht. Bei manchen wird man vom Gezeigten geradezu hineingezogen - leider nur bei manchen. Man sieht, daß wenige Unternehmen die Messe so gezielt nutzen, wie das möglich wäre. Es scheint eher die Philosofie: "Wir sind da, und schauen wir mal, was sich machen läßt" - breit zu machen. "Das Produkt verkaufe ich heute 10 Leuten", wäre da besser.
Frage an "Radio Bitspirit": Hörst du auch mal auf zu nörgeln?
  • Netzwerk-Pflege: Traditionell ist der Mittwoch abend der Stand-Party-Abend und es lohnt sich auch kulinarisch dort zu sein. Messen sind aber auch ein Ort zum sozialen Netzwerken und ich habe einige Kollegen wieder getroffen und mir ein detailierteres Update geholt. Ein Plus!
  • Hardware-Spiele: Ein zweites Plus war, daß ich noch nie so "nebeneinander" HP-Touchsmart und EEE-Touch vergleichen konnte. Der Touchsmart hat zwar mit schon vorhandenen Multitouch einen Vorteil, der EEE überzeugt mich als Wohnzimmer-Computer aber trotzdem mehr - auch wegen des Preises. Was mir fehlt ist nur ein externer Bildschirmanschluß für einen Beamer oder einen zweiten Touchscreen. Der Touchsmart wirkte ausgebremst und teilweise nicht so reaktionsfreudig, wie man das erwarten würde. Leider war keines der Touchsmart-Notebooks zum Test da.
    Ein wenig mit neuen Mobiltelefonen gespielt und HD-Schirme auf sich wirken lassen, lies ein wenig Consumer-Electronics-Feeling aufkommen. Komisch irgendwie macht das einen Messebesuch immer befriedigend.
    Die Bürgerkarte hat sich mir eingeprägt. Gebaraucht-Software-Lizenzen sind in Krisenzeiten sicher auch interessant - ebenso wie freie Software, die sich dieses Jahr aber immer noch nicht so recht ins Aufmerksamkeitszentrum gerückt hat.
Was wünsche ich mir fürs nächste mal:
  • Besser ausgerichtete Produkt-Strategien - Was könnt und tut ihr Leute wirklich? - Nein, ich will das "Sag uns was du willst, wir können das dann schon!" nicht mehr hören! Case-Studies! Klare Produktbeschreibungen! Mehr Lösungsorientierung! Und das übersichtlich und vom weiten verstehbar präsentiert! Marketing und Sales ist besser bei Menschen mit einer kreativen Hyper-Aktivitäts-Störung aufgehoben und bei den "Sag mir was du brauchst und ich sage dir was du wollen sollst!"-Typen.
  • Mehr Event-Charakter. So eine Messe sollte einen Wow-Faktor haben, auch wenn es nicht um Innovation im Bereich Consumer-Electronics geht. Man sollte gerne hingehen und nicht nur Papier-Kram mitnehmen. "Bildung ist was bleibt, wenn die Details vergessen sind." Kunden wollen da rausgehen und sagen:"XY hat mich voll überzeugt." und nicht "Ja, das war wieder einmal recht interessant."

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